Bibliolog ist eine Methode, in deren Verlauf die Teilnehmenden gemeinsam einen Bibeltext auslegen. Tina Sommer brachte den Zuhörerinnen die Geschichte über den blinden Bartimäus nach Markus 10, 46-52 einmal anders als gewohnt nahe.

Für einen Sehenden ist es kaum vorstellbar, dass es immer dunkel ist. Blinde sind in vielen Dingen oft von anderen abhängig. Es gibt auch eine innere Blindheit. Wenn nichts mehr in unser Herz dringt und wir die Menschen, die neben uns leben, übersehen. Abbas Schah-Mohammedi schreibt: „Blind ist der, der eine andere Welt als seine nicht sehen kann.“

Zu Anfang konnten die Teilnehmerinnen mit geschlossenen Augen an Gewürzen riechen und Geldstücke ertasten, um sich in einen Blinden hinein zu versetzen. Dazu gehörte auch der Versuch, einige Worte in Blindenschrift mit den Fingerspitzen zu entziffern.

Während des Bibliologs nahm Tina die Frauen in Gedanken mit nach Jericho, wo Bartimäus am Wegrand saß und bettelte. Er schrie laut nach Jesus, als er hörte, dass dieser vorbei ging. Die Menschen brachten ihn zum Schweigen. Aber er ließ sich nicht davon abbringen und rief noch lauter. Und Jesus blieb stehen, rief ihn zu sich und fragte, was er für ihn tun kann. Bartimäus antwortete: „Meister, dass ich sehen kann!“ Dann heilte Jesus ihn mit den Worten: „Geh‘ hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Da konnte Bartimäus sehen und folgte Jesus nach.

Danach las Tina einzelne Bibelverse vor und unterbrach ganz bewusst an bestimmten Stellen. In diesen Pausen fragte sie: „Was denkt Bartimäus?“ Oder: „Was denken die Menschen?“ Jede Frau konnte spontan zum Ausdruck bringen, was sie empfindet.

Man hörte an den Antworten, dass jede Teilnehmerin ganz nah an der Geschichte dran war. Es ergab sich ein wechselseitiger Dialog direkt aus dem Leben. Im Austausch nach dem Bibliolog durchlebten die Frauen noch einmal das Geschehen um den blinden Bartimäus.

Ladies-Team